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Thailändische Höflichkeit
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Business Etikette
Höflichkeit wird in Thailand sehr groß geschrieben. Sie ist zunächst die beste Form der Respektsbezeugung. Selbst wenn sie nicht die wahren Gefühle wiedergibt, ist sie wichtig, um eine freundliche Atmosphäre zu schaffen und zu erhalten. Wer höfliche Umgangsformen zeigt und sie auch in kritischen Situationen bewahrt, beweist dadurch in den Augen der Thais seine Überlegenheit und gewinnt damit auch selbst großen Respekt.
Kleidung
Bei der Wahl ihrer Bekleidung neigen die Einheimischen nach internationalen Maßstäben eindeutig zum "Overdressing". Selbst bei informellen Treffen sollte auf eine ansprechende Bekleidung Wert gelegt werden, die einen gewissen Status ihres Trägers erkennen lässt. Jeans und T-Shirt sind die Erkennungsmerkmale von Pauschalurlaubern und Rucksacktouristen, die sich bei den Thailändern nicht der allerhöchsten Beliebtheit erfreuen.
Begrüßung
Bei der Begrüßung wird von einem Ausländer nicht erwartet, dass er den berühmten thailändischen "Wai", eine Verbeugung mit vor der Brust oder vor dem Gesicht aneinander gelegten Handflächen, praktiziert. Es genügt, wenn er einen entsprechenden Gruß durch Lächeln, eine angedeutete leichte Verbeugung oder ein freundliches Nicken erwidert. Per Handschlag wird im Allgemeinen nur von Thais mit Auslandserfahrung gegrüßt.
Visitenkarten sollten in ausreichender Menge mitgeführt werden, denn ihre Übergabe ist fester Bestandteil des Begrüßungsrituals. Eine anspruchsvolle Qualität von Papier und Design macht mit ziemlicher Sicherheit guten Eindruck. Aus der Karte sollte die Position des Inhabers innerhalb des Unternehmens hervorgehen. Die "Namecard" wird in Thailand mit der rechten Hand überreicht.
Geschenke
Bei mitgebrachten Geschenken ist auf die Verpackung großer Wert zu legen. Wird das Präsent in Thailand erworben, genügt ein Hinweis an das Verkaufspersonal ("it's for a gift"), das in der Aufmachung von Geschenkpackungen wahre Meisterqualitäten an den Tag legt. Das Präsent sollte dann mit beiden Händen unter Andeutung einer leichten Verbeugung überreicht werden. Der Beschenkte wird das Päckchen im Allgemeinen nicht in Anwesenheit des Gastes öffnen, da dies als ungeduldig, gierig und daher unwürdig angesehen wird.
Zu Besuch bei Unternehmen
Thai neigen dazu, eine eigene Zeitrechnung für sich zu beanspruchen. Dabei bedeutet pünktlich zu sein, dass man erscheint, wenn alle anderen Dinge erledigt sind. Das kann durchaus mehr als eine Stunde über die vereinbarte Zeit hinaus bedeuten. Zum besseren Auskommen hat man zusätzlich die „farang-time“ eingeführt. Bei wichtigen Verabredungen, z. B. weil der Zug zu einer bestimmten Zeit abfährt, sollte man deshalb besonders auf die erforderliche Pünktlichkeit mit Hilfe der farang time hinweisen. Das bedeutet keinesfalls, dass Thai nicht pünktlich sein können. Zum Beispiel kommen Thai durchaus rechtzeitig zur Arbeit oder geschäftlichen Terminen, aber bei privaten Verabredungen entbehrt es jeder Dringlichkeit bzw. Pünktlichkeit.
Verhandlungen und Vertragsabschlüsse
Als Verhandlungssprache zwischen Thais und Ausländern kommt praktisch nur Englisch in Betracht. Wenn der Besucher darin keine ausreichenden Kenntnisse besitzt oder wenn er in Erfahrung bringen kann, dass sein Gegenüber dort Defizite hat, sollte er einen professionellen Dolmetscher einschalten. Damit erweist er dem thailändischen Partner auch seine Wertschätzung der ihm fremden Kultur. Geht es später um die schriftliche Festlegung von Vereinbarungen oder gar um Vertragstexte, so ist, wenn irgend möglich, auf eine englischsprachige Fassung zu bestehen. Die thailändische Sprache ist für das moderne Wirtschaftsleben nicht präzise genug und Texte lassen im Streitfall sehr oft abweichende Interpretationen zu.
Nach der ersten Vorstellung mit Vor- und Familiennamen wird im Verlauf der Besprechungen nur noch der Vorname benutzt. Eine besonders höfliche Form der Anrede ist das dem Vornamen vorangestellte "Khun", das sowohl bei männlichen als auch bei weiblichen Gesprächspartnern angewendet wird. Sehr angenehm, z.T. mit freudiger Überraschung, wird vermerkt, wenn der Besucher - sofern er männlich ist - die Begrüßungsworte "Sawadikapp" bzw. als Frau "Sawadikaa" benutzt. In beiden Fällen liegt die Betonung auf der letzten Silbe.
Besprechungen beginnen mit dem unvermeidlichen "Small Talk", der das gegenseitige Kennenlernen erleichtert. Mit der Tür ins Haus zu fallen ist in Thailand ganz und gar ausgeschlossen. Durch die "Direktmethode" fühlt sich ein Thailänder in die Enge getrieben und schaltet mit ziemlicher Sicherheit auf Abwehr um.
Im Laufe der Verhandlungen ist es auch wichtig, nur Gesprächsthemen zu wählen, die positive Stimmung erzeugen. Gute Themen sind etwa die Vorzüge des Gastlandes, die Schönheit der Natur und der Menschen, die Qualität und Vielfalt der Speisen, die eindrucksvolle Kultur des Landes. Vermeiden sollte man solche Themen, die die weniger positiven Eigenschaften behandeln wie Umweltschäden, Korruption, Menschen- und Drogenhandel. Bei politischen Themen, zu persönlichen Fragen oder abfälligen Bemerkungen über das Königshaus tritt man ebenfalls schnell ins Fettnäpfchen.
Verhandlungsstil und -kultur der Thais werden von dem allgemeinen (oberflächlichen) Harmoniebedürfnis der Menschen gesteuert. Man setzt alles daran, Konfrontationen zu vermeiden. Wenn ein Thailänder eindeutig im Unrecht ist oder ungewollt Fehler begangen hat, sollte man ihm eine Brücke bauen, die ihm einen Rückzug ohne Gesichtsverlust erlaubt. Direkter Widerspruch oder gar Kritik - vor allem in Gegenwart von Dritten - laufen der thailändischen Mentalität völlig zuwider. Sie lösen Unbehagen aus und zerstören die harmonische Atmosphäre. Sie bringen auch einen Gesichtsverlust mit sich, der unbedingt vermieden werden muss. Während im Westen konstruktive Kritik als Mittel zur Problemlösung akzeptiert wird, gilt sie in Thailand als grobe Unhöflichkeit. Wenn also das Gespräch auf einen Konflikt zuzulaufen droht, werden die Stimmen eher noch sanfter und das Lächeln noch freundlicher.
Sprache
Thailändisch ist die offizielle Sprache. Englisch ist die Geschäftssprache und wird fast überall verstanden. Thailändisch ähnelt teilweise dem Chinesischen, entspringt aber grundsätzlich einer eigenen Sprachfamilie, zu der auch Tibetisch, Burmesisch, Vietnamesisch, Laotisch und die Khmer-Sprache (Kambodscha) gehören.
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